Training bei Kälte verbrennt mehr Kalorien

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Generell denkt man beim „Schmelzen“ eher an hohe Temperaturen – doch unser Körperfett schmilzt schneller, wenn es draußen frostig ist. Dieser Effekt entsteht dadurch, dass wir bei Kälte mehr Energie aufwenden müssen, um unsere Körpertemperatur zu erhalten; wir verbrauchen Kalorien, um uns selbst einzuheizen. Schließlich steht schon der Begriff „Kalorie“ für Wärme (abgeleitet vom lateinischen „calor“). Genauer gesagt ist das die Menge Wärme, die benötigt wird, um die Temperatur eines Gramm Wassers von 14,5 auf 15,5 C° zu erhöhen. Das ist nicht viel, weshalb Kalorienangaben bei Lebensmitteln meist in Kilokalorien (kcal = 1000 Kalorien) angegeben sind. Wenn wir vor Kälte zittern, dann nutzt unser Körper die Möglichkeit, Wärme durch Bewegung, beziehungsweise durch diese schnellen, unkontrollierten Muskelzuckungen zu erzeugen. Auch dabei werden zwar Kalorien verbrannt, doch ein Zittern vor Kälte wird niemand gezielt anstreben, der keine Unterkühlung riskieren will.
Ein interessanter Fakt ist zudem die Tatsache, dass Körperfett nicht gleich Körperfett ist. Es wird unterschieden in braunes und weißes Fettgewebe, das alle Säugetiere (also auch wir Menschen) in variierenden Anteilen besitzen. Während es sich beim weißen um Energiespeicherfett handelt, das bis zur Hälfte der Körpermasse eines Menschen ausmachen kann, erzeugt braunes Fett zum Schutz vor Kälte Wärmeenergie, indem es Glukose verbrennt. Das „gefährliche“ und „unbeliebte“ Fett, das unsere Gesundheit gefährdet und uns dick macht, ist also das weiße, während das braune Fett sogar das Abnehmen unterstützt. Zur Verdeutlichung: Tiere überleben den Winterschlaf nicht zuletzt dank brauner Fettzellen. Auch Neugeborene haben in bestimmten Körperregionen „braune Fettreserven“ – so schützt die Natur sie vor Unterkühlung. Erwachsene, sofern es sich bei ihnen nicht um Bewohner der Arktis handelt, haben nur noch marginale Mengen braunen Körperfettes. Jüngere Studien jedoch haben ergeben, dass, wenn man häufig kälteren Temperaturen ausgesetzt ist, der Anteil an braunem Körperfett wieder zunimmt. So z. B., wenn man sich etwa zwei Stunden täglich in Räumen aufhält, deren Temperatur 19 C° nicht übersteigt.
In der kalten Jahreszeit verbraucht der Körper also bereits im Ruhezustand vermehrt Energie. Und durch Training lässt sich diese Wirkung noch verstärken. Selbst im Sommer besteht Gelegenheit, sich die Thermoregulation zunutze zu machen, etwa beim Schwimmen, sofern das Wasser keine „Badewannentemperatur“ hat. Doch zurück zum „Wintertraining“ im Freien, hier ein paar Tipps:
Falscher Ehrgeiz ist fehl am Platz, deshalb sollte zwar auf leichtere Kleidung geachtet, aber nicht riskiert werden, dass der Körper zu stark auskühlt, was natürlich auch von der Temperatur und der Bewegungsintensität abhängig ist. Arme und Beine sind übrigens weniger empfindlich als Torso (Körper), Kopf, Hände und Füße.
Bei Temperaturen unter 8 C° stellen die Talgdrüsen ihre Tätigkeit ein, deshalb sollten Gesicht (Lippen!) und Hände vor dem Verlassen der warmen Stube sorgfältig eingecremt werden. Eine regelmäßige Vitamin- und Mineralstoffzufuhr von A wie Vitamin A (Retinol) bis Z wie Zink unterstützt nicht nur die Funktionsfähigkeit unserer Haut im Winter.
„Warm up“, das Aufwärmen ist jetzt besonders wichtig, um Verletzungen vorzubeugen. Im Winter braucht es etwas länger, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Die Intensität sollte nicht nur langsam gesteigert, sondern auch nicht auf die Spitze getrieben werden. Lieber gemäßigt und dafür länger trainieren, das fördert Ausdauer sowie Fettverbrennung. Ein guter Indikator dafür, dass wir es nicht übertreiben, ist die Nasenatmung. Wenn wir uns so sehr anstrengen, dass wir durch den Mund atmen müssen, wird die kalte Luft viel zu schnell in die Lunge gezogen – und das ist nicht gut.
Egal, ob wir uns für zügiges Gehen, Joggen, Radfahren oder je nach Möglichkeit für einen klassischen Wintersport entscheiden – in jedem Fall ist so ein „cooles Training“ ein „Energiefresser“.
„Safety first“! Kein Risiko eingehen, heißt die Devise. Gefahren lauern auf vereistem, nassem, rutschigem, matschigem Untergrund. Schuhwerk oder Fahrradreifen müssen der Situation angepasst sein; im Zweifelsfall noch „einen Gang runterschalten“ oder bei allzu widrigem Wetter die Trainingseinheit nach innen verlegen.

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